Richtiges entwurmen vom Pferd

Wurmkuren beim Pferden

in vielen Pferdeställen sind regelmäßige Wurmkuren inzwischen Pflicht. Bei der strategischen Entwurmung des Pferdes ist es jedoch wichtig, einige Richtlinien in Bezug auf das Alter des Pferdes, die Häufigkeit der Impfungen sowie deren Zeitpunkt, die Impfstoffwahl sowie die Einhaltung hygienischer Maßnahmen zu beachten.

Richtlinien

Grundsätzlich sind alle Pferde eines Stalles zeitgleich zu entwurmen. Das gilt insbesondere für die Huftiere, die sich Weide oder Paddock teilen.

Da Pferde nach erfolgter Entwurmung massiv Wurmeier ausscheiden, müssen die Boxen etwa drei bis fünf Tage nach der Behandlung komplett vom Mist/Einstreu befreit und sorgfältig gereinigt werden.

Weiden/Paddocks gelten als häufigste Infektionsquelle. Deshalb sind sie penibel abzuäppeln. Unmittelbar nach der Parasitenbekämpfung hilft diese Maßnahme, einen direkten Neubefall zu vermeiden. Allerdings nimmt mit dem Verlauf der Weidesaison die Infektionsgefahr erheblich zu. Demzufolge ist eine sorgfältige Weidehygiene unumgänglich. Empfehlenswert ist es, mindestens einmal in der Woche alle Hinterlassenschaften der Pferde von der Koppel zu entfernen. Allerdings sollte bei Temperaturen zwischen 10° und 20 °C und gleichzeitig bestehender permanenter Feuchtigkeit das Intervall auf etwa alle zwei Tage verkürzt werden.

Um eine größtmögliche Parasitenbekämpfung zu erzielen, raten Experten zum Rotationsprinzip. Der jährliche Wechsel des Wirkstoffes, hilft eine Resistenzentwicklung zu vermeiden.

Jedes Pferd muss eine seinem Körpergewicht angemessene Wirkstoffmenge erhalten. Unterdosierungen führen zur Unwirksamkeit der Parasitenbekämpfung sowie zur Förderung der Resistenzbildung.

Häufigkeit der Entwurmung

In der Regel werden erwachsene Pferde viermal im Jahr turnusmäßig entwurmt. Jedoch gibt es Ausnahmen: Findet in einem Stall ein häufiger Pferdewechsel statt oder herrschen dort schlechte hygienische Bedingungen besteht die Möglichkeit, eine weitere Wurmkur (Ende Januar/Anfang Februar) einzugeben.

Der optimale Zeitpunkt

Wurmkuren werden jeweils im Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter verabreicht. Die exakten Entwurmungstermine sind abhängig von den vorherrschenden Wetterbedingungen und der jeweiligen Weidezeiten. Der Pferdebesitzer hat nach der Entwurmung die Möglichkeit, eine Kotuntersuchung durchführen lassen, um den Behandlungserfolg zu überprüfen.

Die erste Wurmkur im Frühjahr wird etwa 3 bis 7 Tage vor Beginn der Weidesaison verordnet. Häufig ist dies etwa im April/Mai der Fall. Diese Entwurmung soll kleine Strongyliden und Spulwürmer eliminieren. Der Tierarzt verabreicht dazu die Wirkstoffe:

Ivermectin (z. B. Ivomec, Eraquell, Diapec oder Furexell),

Benzimidazol (z.B. Panacur, Telmin oder Rintal),

Pyrantel (z. B. Jernadex, Verminal, Banminth oder Equiworm) oder

Moxidectin (z. B. Equest).

Die zweite Wurmkur im Sommer sollte etwa vier bis sechs Wochen nach Beginn der Weidesaison (Weideaustrieb) gegeben werden, also durchschnittlich im Juni oder Juli. Allerdings ist hierbei der Zeitpunkt stark vom jeweiligen Wetter abhängig. Ist das Klima eher feucht-warm, sollte die Parasitenbekämpfung früher erfolgen. Bei trockenem, kaltem Wetter kann die Wurmtherapie eher nach hinten verschoben werden. Die Wirkschwerpunkte der Sommerkur sollten sich neben Spulwürmern und Strongyliden auch auf Bandwürmer konzentrieren.

Unter Beachtung des jährlich wechselnden Wirkstoff-Rhythmus wird bei der Sommerkur das gleiche Präparat wie bei der Frühjahrsentwurmung verabreicht. Im Hinblick auf die Bandwürmerbekämpfung empfiehlt es sich, dem Pferd zusätzlich den Wirkstoff Praziquantel einzugeben. Diese Substanz ist beispielsweise in dem Entwurmungspräparat Droncit enthalten.

Bei mehreren zu verabreichenden Wirkstoffen ist allerdings die Gabe eines Kombinationspräparates sinnvoll. Wurde das Pferd beispielsweise im Frühjahr mit einem Mittel entwurmt, das den Wirkstoff Ivermectin enthielt, bietet sich jetzt an, ein Kombipräparat (z. B. Eqvalan Duo oder Equimax) zu verabreichen. Diese Pasten setzen sich sowohl aus dem Wirkstoff Ivermectin als auch aus Praziquantel zusammen. Hat der Pferdebesitzer hingegen mit Moxidectin entwurmt, kann er für die Sommerentwurmung das Präparat Equest Pramox anwenden, das Praziquantel und Moxidectin enthält.

Die dritte Entwurmung (Herbstkur) wird unmittelbar nach der Rückkehr auf den Winterpaddock oder in den Stall (Aufstallung) verabreicht. In der Regel ist dies der Zeitraum um den September/Oktober herum. Auch hierbei sind nochmals Spulwürmer und kleine Strongylden zu bekämpfen. Als Therapeutikum eignet sich wiederum ein Präparat, das zusätzlich einen Wirkstoff gegen Bandwürmer enthält. Daher bietet es sich an, für die Herbstkur die gleiche Wurmpaste einzusetzen, die bereits im Sommer verwendet wurde.

Die letzte Wurmkur des Jahres ist die sogenannte Winterkur. Sie richtet sich komplett nach der Witterung und wird in der Zeit zwischen Oktober und Dezember verabreicht. Der Grund für die ungenaue Zeitdefinition ist der vom Klima abhängige Entwicklungszyklus der Magendassel. Sie entfaltet sich vor allem bei warmem und trockenem Wetter. Herrschte in den Sommermonaten eine dementsprechende Wetterlage, sollte die Wurmkur bereits im Oktober verabreicht werden. War der Sommer hingegen eher verregnet, konnte die Magendassel sich nicht so schnell entwickeln. Es würde in diesem Fall reichen, das Pferd erst im November zu behandeln. Um die Entwicklung zu vieler Magendasseln im Pferd nachhaltig zu vermeiden, muss das Tier jedoch spätestens im Dezember entwurmt werden. Tierärzte verordnen hier beispielsweise die Wirkstoffe Moxidectin, Ivermectin oder Furexel.

Stute/Fohlen

Unmittelbar nach der Geburt erhält die Stute neben der Bestandsentwurmung zusätzlich ein Ivermectin-Präparat. Dadurch wird das neugeborene Fohlen bereits über die Milch mit entwurmt.

Anschließend bekommt das Fohlen im Alter von 14 Tagen eine körpergewichtsabhängige Wurmpaste gegen Zwergfadenwürmer. Als Wirkstoff eignet sich beispielsweise Fenbendazol. Diese Wurmkur wird alle zwei Wochen bis zur 12. Lebenswoche wiederholt.

Bei der Entwurmung im 2. und 5. Lebensmonat werden zusätzlich Spulwürmer und kleine Strongyliden bekämpft. Dafür bietet sich der Wirkstoff Pyrantel an. Jeweils 14 Tage nach der Behandlung sollte ein sogenannter Eizahl-Reduktionstest überprüfen, ob die Behandlungen erfolgreich waren.

Im Alter von 8 Monaten werden zusätzlich auch Bandwürmer und Magendasseln behandelt.

Selektive Entwurmung

Über die Entwurmungsstrategie herrscht oftmals Uneinigkeit. Viele Pferdebesitzer halten an dem vorgenannten Behandlungsplan fest, einige setzen auf eine selektive (zeitgemäße) Entwurmung. Das heißt, dass die blinden Passagiere des Pferdes lediglich nach vorheriger Kotuntersuchung zielgerichtet bekämpft werden. Tierärzte stehen auch diesbezüglich beratend zur Seite.

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