Insektenschutz

Mit der warmen Jahreszeit kommen die Fliegen und Mücken und machen den Pferden das Leben schwer. Handelt es sich um Stechparasiten in großer Zahl, dann ist ihr Angriff nicht nur schmerzhaft für das Tier, sondern kann unter Umständen auch gefährlich für Pferd und Reiter werden. Es lohnt sich also, rechtzeitig über eine effektive Strategie zum Schutz vor Insekten nachzudenken. Hierzu stehen verschiedene hygienische, organisatorische, biologische, nutritive, mechanische, optische und auch chemische Methoden zur Verfügung, die wir im Folgenden näher vorstellen möchten.

Woran erkennt man einen übermäßigen Insektenbefall?

Eine deutlich erhöhte Nervosität ist das erste Zeichen dafür, dass die Belastung durch fliegende Insekten für ein Pferd zu hoch geworden ist. Durch Schlagen mit dem Schweif oder heftiges Zucken der Haut versucht das Tier, die Quälgeister loszuwerden, was für den Augenblick auch ziemlich effektiv ist. Leider sind die Fliegen schnell wieder da und das Spiel beginnt von vorne, weshalb das Pferd selbst nachts kaum noch zur Ruhe kommt. Auch heftiges Schlagen mit dem Kopf oder plötzliches Ausschlagen kann ein Hinweis darauf sein, dass Stechparasiten dem Pferd das Leben zur Hölle machen.

Welche Gefahren gehen von äußeren Parasiten aus?

Bei allergischer Veranlagung des Pferdes können die Stiche von Kriebelmücken, Gnitzen oder gewöhnlichen Stechmücken das gefürchtete Sommerekzem auslösen. Das durch den Juckreiz veranlasste starke Scheuern führt anschließend zu kahlen, eitrigen Stellen der Haut, die ihrerseits weitere Insekten anlocken und die Infektion vergrößern. Ein Teufelskreis, der zu erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität des Pferdes führen kann. Auch für den Reiter stellen die Stechparasiten eine Gefahr dar. Ihre Angriffe können so penetrant und schmerzhaft werden, dass das Pferd sich in seiner Verzweiflung aufbäumt und durchgeht, was eine beträchtliche Unfallgefahr bedeutet. Aber auch normale Fliegen können ernsthafte Probleme verursachen und schwere Entzündungen der Augen auslösen. Ein effektiver Schutz vor Fliegen und Mücken gehört deshalb Pferd und Reiter zuliebe im Sommer unbedingt dazu.

Insektenschutz für Pferde – welche Möglichkeiten gibt es?

Je natürlicher, desto besser: Diese Faustregel gilt auch in Fragen der Insektenbekämpfung. Chemische Mittel sollten deshalb an allerletzter Stelle stehen, zumal das nicht selten darin enthaltene Insektizid Permethrin für kleinere Tiere wie Katzen, die sich nicht selten in Reitställen aufhalten, zur tödlichen Gefahr werden kann. Zum Glück gibt es viele andere Möglichkeiten, die Plage in Grenzen zu halten.

Hygienische Maßnahmen

Regelmäßiges Ausmisten sowie das Entleeren von Schmutzbehältern und Wassereimern sorgen dafür, die Entwicklungsmöglichkeiten der Insekten einzuschränken. Pferdemist sollte in ausreichendem Abstand zum Stall gelagert werden. Die Tiere sollten im Sommer zudem regelmäßig mit dem Schlauch abgespritzt werden. Hierdurch wird der Schweißgeruch reduziert, welcher das größte Lockmittel für Insekten darstellt.

Organisatorische Verbesserungen

Die Weide muss möglichst trocken sein und darf auch nicht in der Nähe stehender Gewässer liegen. Die Weidezeiten werden am besten dem Insektenaufkommen angepasst, das besonders abends und an warmen, feuchten Tagen erhöht ist. Nimmt das Pferd an einem Turnier teil, so sollte der Schweif gegebenenfalls erst kurz vorher eingeflochten werden, da das Tier ihn im Alltag zur effektiven Insektenabwehr unbedingt benötigt.

Biologische Maßnahmen

Bestimmte ätherische Öle helfen bei der Abwehr lästiger Insekten. Hierzu zählen Lavendel, Thymian, Zitronengras, Eukalyptus und viele weitere Sorten. Sie helfen dabei, den Eigengeruch des Pferdes zu überdecken und es so für die Stechparasiten quasi »unsichtbar« zu machen. Achtung: Die ätherischen Öle müssen unbedingt mit Babyöl verdünnt werden, um die empfindliche Pferdehaut nicht zu reizen. Im Übrigen sind auch fertige Mischungen in Sprühflaschen erhältlich. Für Reitanfänger ist es unbedingt empfehlenswert, ihr Pferd vor der Reitstunde damit einzureiben, um das Unfallrisiko zu minimieren.

Ernährungsumstellung

Bei Pferden mit Veranlagung zum Sommerekzem empfiehlt es sich, auf eine eiweißarme Ernährung zu setzen. Hierzu sollte die Weidezeit begrenzt, der Heuanteil erhöht sowie der Speiseplan durch ein eiweißarmes Müsli mit nährstoffreichen Ölsaaten ergänzt werden. Eine gute Insektenabwehr ist zudem die Zufütterung von Knoblauch, der den Schweißgeruch verändert. Hierbei sollte man es jedoch nicht übertreiben, da Knoblauch eine Blut verdünnende Wirkung hat, die gegebenenfalls nachteilig sein kann.

Mechanische Maßnahmen

Eine ganz handfeste Barriere gegen Insekten stellt die gute alte Fliegentür dar. Auch Stallfenster sollten mit einem Fliegengitter ausgestattet werden. Diese Maßnahme ist jedoch nur wirksam, wenn der Stall regelmäßig auf übermäßigen Insektenbefall kontrolliert und entsprechend gereinigt wird. Für die Weide sind zudem praktische Insektenschutzdecken erhältlich. Diese sind besonders für ruhige Pferde geeignet, die den Komfort ihrer Pferdedecke im Winter bereits zu schätzen gelernt haben. Sie sind auch als Ausreitdecken erhältlich, welche jedoch den Bauchbereich aussparen, sodass der Schutz nicht vollständig gegeben ist. Wie auch bei Winterdecken muss der Sitz einer Insektenschutzdecke regelmäßig kontrolliert werden, um sicherzustellen, dass das Pferd sie nicht abstreift und sich dabei verletzt. In jedem Fall empfehlenswert ist die Anschaffung eines Fransenstirnbands samt Ohrenschutz, der das empfindliche Gesicht des Pferdes beim Reiten vor Insektenstichen schützt.

Optische Tarnung

Dass Zebras weniger Schwierigkeiten mit Insekten haben als Pferde, ist inzwischen eine wissenschaftlich anerkannte Tatsache. Dass dieser Umstand auch mit ihren Streifen zu tun haben könnte, ist eine naheliegende Vermutung, die immer mehr Reiter veranlasst, ihre Pferde im Sommer mit einem Streifenmuster zu versehen. Hierzu dient, je nach Fellfarbe, ein Wasser-Mehl-Gemisch oder ein dunkler Viehmarkierungsstift. Da die Wirksamkeit der Bemalung noch nicht mit letzter Sicherheit belegt ist, empfiehlt es sich jedoch, sie mit anderen Abwehrmethoden zu kombinieren.Ein gute Möglichkeit sind auch entsprechende Fliegendecken.

Chemischer Insektenschutz

Sie sollten erst zum Einsatz kommen, wenn alle anderen Maßnahmen nicht ausreichend sind: Chemische Insektizide wie Permethrin wirken zwar sicher gegen alle Schädlinge und versprechen auch eine gute Langzeitwirkung, können jedoch die Umwelt aus dem Gleichgewicht bringen. Besonders giftig ist Permethrin für Katzen, Fische und Bienen. Bei Menschen kann der Kontakt mit diesem Biozid zu Haarausfall und Allergien führen. Chemisch erzeugte Insektenschutzmittel sollten deshalb stets genau nach Anleitung angewandt werden und auch nur dann, wenn die Nachteile des Insektenbefalls überwiegen, zum Beispiel bei Pferden mit ausgeprägtem Sommerekzem.

Fazit

Wer eine enge Gemeinschaft mit seinen Pferden pflegt, nimmt das Leiden wahr, das jeden Sommer wieder durch Fliegen und Mücken verursacht wird. Als allererste Maßnahme sollte die Beseitigung offensichtlicher Ursachen erfolgen: Die Drainage feuchter Stellen oder auch die Reinigung von Fallobstwiesen kann das Aufkommen der Plagegeister bereits erheblich reduzieren. Und auch die Anbringung von Fliegentüren und -fenstern im Stall stellt ein einfaches und sicheres Mittel dar, den geliebten Vierbeinern das Leben zu erleichtern, während chemische Mittel die allerletzte Option sein sollten. In jedem Fall gilt, dass bei erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie einem akuten Sommerekzem oder einer durch Fliegenbefall verursachten Augenentzündung unbedingt der Tierarzt zurate gezogen werden sollte, um schwerwiegende Folgen zu vermeiden.

 

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