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Der Trensenzaum

Der englisch kombinierte Trensenzaum

Der englisch kombinierte Trensenzaum ist eine der am häufigsten verwendeten Zäumungen beim Reitpferd. Es ist eine Kombination von englischem und hannoverschem Reithalfter und vereint die spezielle Wirkung beider Zäumungen. In Deutschland war lange Zeit das hannoversche Zäumung dominierend, inzwischen hat sich aber die kombinierte Trense durchgesetzt. 

Das englische Reithalfter erlaubt dem Pferd aktives Kauen. Es hat im Ruhezustand keine Wirkung, wogegen das hannoveranische der Maulbewegung stärkere Grenzen setzt. Sinn beider Zäumungen ist, das Pferd daran zu hindern, sich den Zügelhilfen durch Maulbewegungen zu entziehen. Beim englisch kombinierten Trensenzaum ist das Reithalfter meist nicht fix integriert, sodass es bei Bedarf auch komplett entfernt werden kann. Auf Dressurturnieren ist jedoch das Reithalfter lt. LPO zwingend vorgeschrieben. 

Bestandteile und deren Wirkung

Das englisch kombinierte Zaumzeug besteht aus folgenden Teilen, die jeder für sich eine bestimmte Aufgabe erfüllen:

Genickstück mit Backenstücken

Genickstück und Backenstück bilden das Grundgerüst des Zaums, an den Backenstücken wird das jeweilige Gebiss eingeschnallt. Hier muss auf die richtige Anpassung besonders geachtet werden: Werden die Backenstücke zu kurz eingestellt, verursacht das Mundstück im Pferdemaul einen dauernden, schmerzhaften Zug. Auch das Genick wird bei dieser falschen Anpassung einem starken Druck ausgesetzt. Bei zu langer Verschnallung klopft das Gebiss gegen die Zähne und es besteht die Gefahr, dass das Pferd die Zunge über das Gebiss nimmt. Eine gezielte Zügeleinwirkung ist bei zu lang eingestelltem Zaum nicht möglich.

Als Faustregel sollten bei richtiger Anpassung zwei Falten am Mundwinkel sichtbar sein. Am besten ist aber, mit dem Finger vorsichtig die tatsächliche Lage des Mundstücks im Maul zu überprüfen. Wichtig ist, dass auch das Gebiss in der Breite richtig gewählt ist - rechts und links vom Maulwinkel sollte noch circa 5-7 mm Platz sein.

Nasenriemen

Der Nasenriemen ist der englische Teil dieses kombinierten Zaums. Er liegt über dem Nasenrücken und unter den Backenstücken. Er darf nicht zu tief verschnallt werden, da er sonst die Atmung des Pferdes beeinträchtigt. Sein Sinn ist, das Aufsperren des Mauls bei Zügeleinwirkung zu verhindern, dies auf relativ milde Weise. Der Nasenriemen sollte ungefähr 4 Finger breit über den Nüstern liegen und 2 Finger breit unter dem Jochbein. Er darf nicht zu eng zugezogen werden, mindestens zwei Finger müssen Platz haben. 

Sperrriemen

Der Sperrriemen (auch Pullerrriemen genannt) stammt von der hannoverschen Zäumung und soll, wie der Name bereits andeutet, das Aufsperren des Mauls verhindern und auch seitliche Maulbewegungen zu begrenzen. Er wird beim englisch kombinierten Reithalfer durch eine Schlaufe geführt und unter der Kinngrube verschlossen. Auch hier gilt die Zwei-Finger-Regel, ein zu enges Zuziehen ist auf jeden Fall zu vermeiden. Abgesehen vom tierquälerischen Aspekt, zieht dieser Fehler den Nasenriemen nach unten, was noch mehr Druck auf Nacken und Nüstern bedeutet. Die Atmung wird extrem beeinträchtigt und das Pferd kann nur verspannt arbeiten. Auf lange Sicht kann das zu erheblichen gesundheitlichen Problemen der ganzen Muskulatur führen. Der Sperrriemen wird immer über dem Gebiss geführt, da sonst die Maulwinkel eingeklemmt und gequetscht werden. Wird der Sperrriemen zu locker verschnallt, kann er über die Unterlippe rutschen und hat auch keinerlei Wirkung. 

Kehlriemen

Der Kehlriemen ist im Kopfstück integriert und führt über die Backen des Pferdes. Er soll verhindern, dass beispielsweise bei einem Sturz das Zaumzeug über den Kopf des Pferdes gezogen wird. Man passt den Kehlriemen an, indem man die sogenannte "Faustregel" verwendet: Zwischen Riemen und Backen soll eine aufgestellte Faust Platz haben. Wird der Kehlriemen zu eng verschnallt, beeinträchtigt der die Kautätigkeit des Pferdes und erschwert das Schlucken. Ein zu lang verschnallter Kehlriemen wirkt störend und kann sich sogar in den Trensenringen verhaken.

Stirnriemen

Der Stirnriemen liegt vor den Ohren des Pferdes und soll verhindern, dass das Backenstück nach hinten rutscht. Er kann nicht verstellt, aber ausgewechselt werden. Er darf nicht zu eng sein, da er sonst Druckstellen verursacht. Wird der Stirnriemen zu groß gewählt, besteht die Gefahr des Hängenbleibens oder des Zurückrutschens hinter die Ohren. Richtig angepasst liegt er in der Kuhle vor den Ohren mit genügend Freiheit für die Ohrenbewegung. Ein richtig passender Stirnriemen nimmt etwas Druck vom Genick des Pferdes. Die große Auswahl an Designs macht ihn nebenbei zu einem beliebten "Schmuckstück". Gerade deshalb sollte man aber immer auf die richtige Größe achten: Funkelndes Glitzern macht schlechten Sitz der Zäumung nicht wett.

Das schwedische Reithalfter

Das schwedische Reithalfter unterscheidet sich vom englisch-kombinierten lediglich dadurch, dass der Nasenriemen mit Umlenkschnallen versehen ist. Dies wirkt wie ein Flaschenzug und erleichtert das Zuziehen und Schließen. Es verführt aber leider oft dazu, dass der Riemen viel zu fest geschlossen wird. Richtig eingestellt, unterstützt er die feine Einwirkung der Reiterhand. Der Vorteil des schwedischen Reithalfters ist die weiche Polsterung und der Umstand, dass ein Einklemmen der Haut vermieden werden kann. Es gilt aber auch hier die Regel: Mindestens zwei Fingerbreit Platz zwischen Nase und Riemen. 

Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Verwendung eines kombinierten Trensenzaums vor allem in den klassischen Reitdisziplinen wie Dressur und Springen üblich ist. Das Reithalfter soll die Zügelhilfen unterstützen, ist aber keinesfalls zur Kompensation von grober Einwirkung oder schlechtem Reiten geeignet. Im Distanzsport oder Rennsport wird meist gänzlich auf Reithalfter verzichtet, die freie Atmung und möglichst wenig "Leder" am Pferd sind wichtig. Im Westernreitsport wird mit lockeren Zügeln geritten, sodass auch hier ein Reithalfter keinen Nutzen hätte. 

Neben der richtigen Anpassung eines englisch kombinierten Trensenzaums ist auch die Qualität des Leders bzw. Materials ein wichtiger Faktor. Billige Ware wird schnell hart, verursacht Scheuerstellen und wird brüchig. Ein Reißen beispielsweise des Backenstücks während dem Reiten kann lebensgefährlich sein. Wer also billig kauft, kauft teuer.

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